Wichtiger Punkt gegen Eichstätt

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Die erste und die fast letzte Minute waren in einer energiegeladenen Partie zwischen der SpVgg SV Weiden und dem VfB Eichstätt die entscheidenden Momente. 90 Minuten tobte der Kampf zwischen beiden Kontrahenten und beide Mannschaften schenkten sich bei diesem 1:1 Endstand (0:1) nichts. Weiden belohnte seinen Einsatz in der 90 Minute durch einen Kopfballtreffer von Benjamin Werner. Tragisch dagegen der Führungstreffer der Gäste innerhalb von 50 Sekunden durch Fabian Eberle erzielte wurde. Dieser vollendete per Flugkopfball zum 1:0 und verletzte sich dabei so schwer, dass er bereits wenige Minuten später den Platz verlassen musste. „Ein echtes Déjà-vu in Weiden“, so Trainer Markus Mattes, denn vor 1 ½ Jahren musste Keeper Jonas Herter auf Grund eines schweren Jochbeinbruches mit dem Rettungshubschrauber vom Spardabank Stadion in eine Spezialklinik geflogen werden. Bei Eberle am Ende glücklicherweise nicht so schlimm, er erlitt eine Gehirnerschütterung und durfte im Bus wieder mit nach Eichstätt reisen.

Die knapp 250 Zuschauer erlebten eine von Beginn an um jeden Meter kämpfende Weidener Mannschaft. Der gesundheitlich angeschlagene Coach Franz Koller, ihn plagt eine Erkältung, schwärmte das sein Team nach der dummen 0:3 Niederlage gegen Haibach endlich auf dem Platz die richtige Reaktion gezeigt hätte. „Meine Mannschaft hat Selbstkritik geübt und eine richtig gute Leistung abgeliefert“. Für ihn wäre am Ende sogar mehr drin gewesen. Sein Kollege sah dies ganz genauso: „Tolle Leistung des Gastgebers, sie hätten vom Ergebnis am Ende mehr verdient gehabt, denn sie haben uns 90 Minuten unter Druck gesetzt“. Deswegen gab es am Ende bei Franz Koller ein weinendes und ein lachendes Auge, aber am Ende blieb ein Punkt in Weiden.

Kurzfristig fiel vor der Partie noch Tobias Plößner mit einer Magen-Darm-Grippe aus und so musste Koller seine Hintermannschaft neu ordnen. Das gelang wohl in den ersten Sekunden nicht so leicht, denn nach einer Standardsituation landete der Ball plötzlich im Weidener Tor. Die Ecke wurde perfekt auf Eberle gezirkelt und dieser stürzte sich mit dem Kopf auf den Ball und unglücklicherweise landete dieser so in seinem Gesicht, dass der Schütze sein tolles Tor gar nicht mitbekam. Denn er stürzte zu Boden und blieb bewusstlos mit einer Gehirnerschütterung und Verdacht auf Nasenbeinbruch liegen. Der Weidener Mannschaftsarzt Dr. Herbert Kroll eilte sogleich zur Hilfe, der Rettungswagen brachte den Akteur ins Weidener Klinikum. Am Ende ging diese Verletzung einigermaßen glimpflich für Eberle aus.

Wer nun glaubte, dass Weiden sich aufgab, der sah sich getäuscht, denn Weiden bäumte sich auf. So war es Thomas Wildenauer der nach einer Stafette von Benjamin Werner auf Stefan Graf nutzte und alleine auf Keeper Herter zustürmte, doch dieser klärte (19.). Eichstätt agierte in dieser Phase mit langen Bällen auf ihre Sturmspitzen. Ab der 26. Minute stellte Coach Koller dann um und Weiden rückte immer weiter vor und so wirkte gekonnt die Abseitsfalle, in die die Gäste immer wieder tappten.

Stefan Graf hatte dann den Ausgleich auf dem Fuß, aber sein Ball landete an der Innenseite der Latte und von dort sprang das Spielgerät wieder ins Spielfeld (32.) Ebenso Christoph Hegenbart der alleine in die starke Eichstätter Abwehr stürmte und nur kurz vor dem Torschuss gehindert wurde (35.). Im weiteren Verlauf machte dann Eichstätt den Fehler das frühe Pressing aufzugeben und so bekam Weiden mehr Spielräume.

Dann ein Schockmoment für Weiden Florian Reich stürzte unglücklich auf seine linke Hand und musste dann mit schweren Schmerzen ausgewechselt werden und landete ebenso im Weidener Klinikum. Hier gab es Entwarnung, nur eine schwere Prellung, sein Einsatz am Montag gegen Frohnlach ist aber fraglich.

Nach dem Seitenwechsel stürmte nur noch Weiden und Eichstätt zeigte sich dagegen bei Kontern gefährlich. Ein Tempo Konter von Werner, Thomas Schneider, Ibrahim Devrilen, Wildenauer und Johannes Scherm wurde durch den Keeper zur Ecke geklärt (50.). Fast das gleiche Bild in der 63. Minute, wo innerhalb weniger Sekunden Weiden durch Werner, Scherm, Wildenauer und zuletzt Hegenbart scheiterten. Ebenso Devrilen per Kopf (70.). Im Anschluss zahlreiche Chancen der Weidener durch Scherm (74.), Werner per Kopf an die Latte (75.) und Alexander Jobst (86.). Die Fans hielt es nicht mehr auf den Sitzen, es musste doch der Treffer für die unermüdlich kämpfenden Weidener her. Die Chance kam, als ein Abseitspfiff gegen die Eichstätter von Weiden gekonnt ausgenutzt wurde. Hier musste ein emotionaler Trainer Mattes von Schiedsrichter Marcel Geuß aus Haßfurt ermahnt werden. Denn aus dieser Situation entstand das mehr als verdiente 1:1 in der 90. Minute durch Werner.

Koller hofft nun das am Ostermontag gegen Frohnlach um 17 Uhr auf dieses Unentschieden gegen die starken Eichstätter als Motivation wirken wird, „Nun stehen für uns die sechs Punkte Spiele an, damit wir uns aus dem eigenen Schlammassel Abstiegskeller selbst herausziehen können“, so ein stolzer Franz Koller.